Unsere Zielsetzung für den "Schutz vor Gewalt im Rudersport NRW" Parallel zu unseren Anstrengungen im Bereich der Prävention wird das vorhandene Schutzkonzept entlang der bereits im Frühjahr 2025 mit den Zuständigen des LSB NRW besprochenen Punkten und eben den aktuellen Erfahrungen im zweiten Quartal 2026 finalisiert und, entsprechend den Satzungsvorgaben, den Mitgliedern auf einem außerordentlichen Verbandstag am 27.06.2026 in Essen zur Bestätigung vorgelegt. Die Vereine werden in zwei digitalen Vereins-Workshops in der 21. KW in das Vorhaben eingebunden. Der DRV hatte in einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand, Präsidium und Länderrat Anfang 2026 ein breites Verständnis für die Schaffung der SSC-Voraussetzungen erarbeitet. DRV-Präsident Moritz Petri sicherte zu, die Verfahrenszüge (Untersuchungskommission, Disziplinausschuss, Schiedsgericht) bis Ende 2026 mit qualifizierten Fachleuten zu besetzen und den Mitgliedsvereinen Arbeitshilfen für die satzungsmäßige Verankerung bereitzustellen. Bereits auf seinem Verbandstag am 25. März 2025 in Lüdinghausen hat der NW RV einstimmig auf Vorschlag von Wilhelm Hummels, Sprecher des Vorstandes, eine Resolution zur zeitnahen Umsetzung des Safe Sport Code (SSC) beschlossen, der Möglichkeiten aufzeigt, um, bei interpersoneller Gewalt, unterhalb der strafrechtlichen Relevanz, u.a. mit transparenten Vorgehensweisen und nachhaltiger Rechtssicherheit vorzugehen. Damit folgt der NW RV dem Beschluss der DOSB-Mitgliederversammlung vom Dezember 2024 und unterstreicht sein klares Bekenntnis zu einem sicheren Sportumfeld.
„Gerade weil im Sport ein so ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen Mädchen und Jungen und Erwachsenen besteht, müssen wir besonders sensibel für mögliche Gefahren sein. Durch die spezielle – auch körperliche – Nähe entstehen potenzielle Gelegenheiten zu sexualisierter Gewalt. Sportvereine dürfen keine Tatorte werden! Und: Vereine müssen sichere Orte sein, an denen Mädchen und Jungen, die zum Beispiel in der Familie, durch Gleichaltrige oder in sozialen Netzwerken sexuelle Gewalt erfahren haben, Hilfe finden können.“
Grußwort von Johannes-Wilhelm Rörig (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) zum »Safe Sport« – Dezember 2020. Link zum Handlungsleitfaden
Unsere Zielsetzung
Kinder und Jugendliche sollen im Rudersport ohne Gewalt und Diskriminierung aufwachsen und persönlich reifen. Sporttreibende aller Altersgruppen und Geschlechter sollen im Rudersport körperlich aktiv werden und Gemeinschaft erleben können, frei von interpersoneller Gewalt in jeder Form. Wir, die Verantwortlichen des Nordrhein-Westfälischen Ruderverbandes (NW RV) wollen diese Sporttreibenden vor jeglicher Form der Gewalt im Rudersport schützen.
Wir wollen mit einer Kultur der Achtsamkeit und des verantwortlichen Handelns dazu beitragen, Betroffene zum Reden zu ermutigen, potentielle Täter*innen abzuschrecken und ein Klima zu schaffen, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene – mit und ohne Behinderung – im Sport vor Gewalt schützt und sie so ohne Gewalt ihren Sport ausüben und dabei in jeder Hinsicht wachsen und sich entwickeln können.
Unser Anspruch
Im Hinblick auf Kindeswohlgefährdung und interpersoneller Gewalt vertreten wir als NW RV eine Null-Toleranz-Haltung. Wir sprechen uns klar gegen jegliche Form von Gewalt aus, sei sie psychischer, physischer oder sexueller Natur.
Jeder Verdachtsfall im Zuständigkeitsbereich des NW RV wird aufgegriffen. Dazu fordern wir alle für den NW RV tätigen Personen auf, Verdachtsfälle und generell Vorkommnisse bereits dann zu melden, wenn angenommen werden kann, dass bei einem Nicht-Einschreiten eine Eskalation (im Sinne mindestens von Grenzverletzungen) wahrscheinlich ist. Dabei gilt es, umsichtig und dennoch konsequent zu handeln.
Von allen Funktionsträger*innen erwarten wir, dass sie mit der Unterzeichnung des Ehrenkodexes des Deutschen Ruderverbandes (DRV) und der Anerkennung des beigefügten Verhaltenscodex nach besten Kräften ihre Arbeit insbesondere mit Kindern und Jugendlichen in unserem Verband unter Einhaltung ethischer und moralischer Gesichtspunkte gestalten, ihr Handeln an den beigefügten Verhaltensregeln ausrichten und ihrerseits direkt eingreifen, wenn Gewalt durch Andere Raum greift. Gleichermaßen erwarten wir von allen Sporttreibenden einen respektvollen und gewaltfreien Umgang miteinander.
Unser Vorgehen
Der NW RV hat in einem knapp dreijährigen Prozess ein „Konzept zum Schutz vor Gewalt“ erarbeitet und mit Beschluss des Verbandstages in Kraft gesetzt. Das Schutzkonzept mit seinen Kernelementen zur sportartspezifischen Risikoanalyse, dem Interventionsplan sowie dem Präventionskonzept ist das Ergebnis umfangreicher Auswertung der Grundlagendokumente der Deutschen Sportjugend [link], des LSB NRW sowie anderer Sportfachverbände und Institutionen, die sich mit der Materie bereits intensiv auseinandergesetzt haben. In zahlreichen Workshops und Meetings im virtuellen Raum hat der NW RV Akteur*innen aus Vorstand, Präsidium, Ruderjugend und Schülerruderverband und allen voran aus der Trainerschaft und dem Landeskader des Nachwuchsleistungssports eingebunden, erläutert, diskutiert und letztlich für das Konzept formuliert. Dem Vorstand wurde am 2. Dezember 2024 ein Konzept vorgelegt, dass das bis dahin erreichte widerspiegelte, in dem Verständnis, insbesondere im Bereich der Risikoanalyse weiter intensiv nach möglichen Schwachstellen zu suchen, die gewaltbegünstigend sein können.
Unsere Aktivitäten
In der Präventionsarbeit haben wir unser Maßnahmenpaket [Dokument] ergänzt und weiter umgesetzt. Erkenntnisse aus den zurückliegenden Ereignissen haben dazu beigetragen. Die Frequenz, die Intensität und Akzeptanz unserer Maßnahmen mit den Zielgruppen Trainer*innen, jugendliche Leistungssportler, Betreuer*innen hat deutlich zugenommen und ist heute in der Trainerqualifikation und auf Kaderlehrgängen obligatorisch. Damit wollen wir eine Haltung fordern und fördern, welche die Rechte und das Wohl der Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt stellen und die Handlungssicherheit unserer Trainer*innen und Funktionsträger*innen fördern.
Im Breitensporttrainerlehrgang 2025, vom 16. bis 20. August 2025 in Kleve, referierte Charlotte Hentrich (Fachberaterin Prävention des NW RV) zum Thema „Schutz vor Gewalt im Sport“. Im Rahmen eines einfachen Rollenspiels, in dem sich jeder, entsprechend seiner Rolle (als betroffene oder beschuldigte Person, anwaltliche Vertretung, Vorstand, Presse) lediglich im Raum positionieren musste. Alle konnten im wahrsten Sinne des Wortes körperlich spüren, wie nahe „die Dinge“ an einen herankommen.
Im Rahmen der Landeskaderlehrgänge des NW RV (U17 und U 19) führt Charlotte Hentrich seit 2025 regelmäßig Gesprächsrunden zur thematischen Sensibilisierung mit den Athlet*innen durch. Ein zentrales Thema dabei ist auch die sog. Peergewalt, die Gewalt, die Aggression und die Grenzüberschreitung unter Gleichaltrigen.
Für die Trainerfortbildungen 2025 und 2026 ist das Thema „Schutz vor Gewalt im Rudersport“ ein besonderer Schwerpunkt. Die Wochenendfortbildung vom 22. und 23. November 2025 an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf fokussierte dementsprechend auf den Themenbogen „Trainer*innen-Ansprache - Kommunikation im Sport,
Teambuilding Kommunikation“ (Lotta Buron, Essen), Mentale Herausforderungen im Leistungssport (Annette Link, https://www.freyyourmind.com/) und „Schutz vor Gewalt im Sport - Sensibilisierung und Verhaltenskodex“ (Charlotte Hentrich).
Unser Interventionsansatz
Die Ausgestaltung des Interventionsverfahrens ist das zentrale Instrument in der glaubwürdigen Umsetzung eines Schutzkonzeptes und seiner Ziele.
Ein neues, mit unabhängigen Fachleuten besetztes Gremium wurde am 18.02.2026 durch den Vorstand des NW RV einstimmig berufen. Es sichert die professionelle und neutrale Bearbeitung von Meldungen und stärkt die Handlungsfähigkeit des Verbandes auch in der Übergangsphase bis zur vollständigen Einführung neuer Verfahren und Gremien im Sinne der Handlungsempfehlung des Safe Sport Codes (SSC).
„Der SSC bietet klare Verfahrenswege und größere Rechtssicherheit – für Betroffene, Funktionsträger und Vereine gleichermaßen“, so Wilhelm Hummels und Tobias Weysters, Sprecher des NW RV „Mit der Berufung des unabhängigen Interventionsteams und dem Fahrplan für die Satzungsänderungen sind wir auf einem sehr guten Weg.“
Unsere originäre Präventionsarbeit und die Entgegennahme von Meldungen bleiben jedoch auch nach Einführung des SSC das Core Business für alle im NW RV tätigen Aufgabenträger.“
Unsere Aktivitäten zur Weiterentwicklung des Schutzkonzeptes
Parallel zu unseren Anstrengungen im Bereich der Prävention wird das vorhandene Schutzkonzept entlang der bereits im Frühjahr 2025 mit den Zuständigen des LSB NRW besprochenen Punkten und eben den aktuellen Erfahrungen im zweiten Quartal 2026 finalisiert und, entsprechend den Satzungsvorgaben, den Mitgliedern auf einem außerordentlichen Verbandstag am 27.06.2026 in Essen zur Bestätigung vorgelegt. Die Vereine werden in zwei digitalen Vereins-Workshops in der 21. KW in das Vorhaben eingebunden.
Die Umsetzung des Safe Sport Codes durch den DRV im November 2026 (Rudertag) wird dann voraussichtlich eine weitere, zeitnahe Anpassung erforderlich machen. Der DRV hatte in einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand, Präsidium und Länderrat Anfang 2026 ein breites Verständnis für die Schaffung der SSC-Voraussetzungen erarbeitet. DRV-Präsident Moritz Petri sicherte zu, die Verfahrenszüge (Untersuchungskommission, Disziplinausschuss, Schiedsgericht) bis Ende 2026 mit qualifizierten Fachleuten zu besetzen und den Mitgliedsvereinen Arbeitshilfen für die satzungsmäßige Verankerung bereitzustellen.
Bereits auf seinem Verbandstag am 25. März 2025 in Lüdinghausen hat der NW RV einstimmig auf Vorschlag von Wilhelm Hummels, Sprecher des Vorstandes, eine Resolution zur zeitnahen Umsetzung des Safe Sport Code (SSC) beschlossen, der Möglichkeiten aufzeigt, um, bei interpersoneller Gewalt, unterhalb der strafrechtlichen Relevanz, u.a. mit transparenten Vorgehensweisen und nachhaltiger Rechtssicherheit vorzugehen. Damit folgt der NW RV dem Beschluss der DOSB-Mitgliederversammlung vom Dezember 2024 und unterstreicht sein klares Bekenntnis zu einem sicheren Sportumfeld.
Die breite Beteiligung aller relevanten Gruppierungen erfolgt weiterhin durch deren Vertretung in der „Arbeitsgruppe zum Schutz vor Gewalt im Rudersport“, deren Kompetenz durch Experten erweitert wird. Diese Arbeitsgruppe soll unsere strukturellen und verfahrensbezogene Schwächen weiterführend identifizieren und wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung unserer Präventions- und Interventionsarbeit geben.
Unsere Kontakte
Für unsere eigene Arbeit haben wir über die Abstützung auf die Fachkompetenz des LSB NRW hinaus Kontakte geknüpft und profitieren von der Kompetenz von „Anlauf gegen Gewalt“ (https://www.anlauf-gegen-gewalt.org/ ), die Initiativen „Mensch sein im Sport“ (Niedersächsische Lotto Sport Stiftung, https://www.lotto-sport-stiftung.de/aktuelles/mensch-sein-im-sport-das-neue-projekt-der-stiftung/ )und EducationY (https://www.education-y.de/ ).